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Neue Bandscheiben aus flüssigem KunststoffAn der Uniklinik Mainz setzen Mediziner Rückenpatienten künstliche Knorpelscheiben ein
Rückenschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer eins und verzeichnen
höchste
Zuwachsraten.
Nach Schätzungen des AOK-Bundesverbandes kosten sie allein die
gesetzlichen Kassen 30 Milliarden Mark im Jahr. Als Auslöser von
Langzeitarbeitslosigkeit sind Leiden der Wirbelsäule einsame Spitze.
Medizinischen Schätzungen zufolge leiden bis zu 80 Prozent der
Erwachsenen
zumindest gelegentlich unter Rückenproblemen. Häufigste Ursache
ist der
Verschleiß der Bandscheiben. Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 100 000
Patienten an der Bandscheibe operiert, weltweit etwa eine Million. Dabei
wird
vielfach der verschlissene Knorpel komplett entfernt. Die Wirbel werden mit
Schrauben und Stäben verbunden. Das soll die Schmerzen der
Patienten lindern.
Jedoch werden nach dem Eingriff die angrenzenden Wirbel nun
noch stärker beansprucht werden. Mediziner der Uniklinik Mainz wollen
nun
ein neues Verfahren erproben, das auf die belastende Bandscheiben-Operation
verzichtet. Statt dessen soll nach der Entfernung der angegriffenen
Knorpelscheibe ein schnell aushärtender Flüssig-Kunststoff in den
Hohlraum zwischen den Bandscheiben gespritzt werden. Technischen Tests
des
neuen Polymers hat die Uni Kaiserslautern übernommen. In
den
nächsten Monaten soll der Bandscheiben-Ersatz an der Uniklinik Mainz
erstmals medizinisch getestet werden.
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