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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2001 Metallisches Bor als Supraleiter
Unter extrem hohem Druck verwandelt sich Bor - eines der leichtesten Elemente - in ein Metall und wird bei einer Temperatur von minus 267 Grad sogar supraleitend. Dieses ungewöhnliche Verhalten haben jetzt Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz und des Zentrums für Hochdruckforschung in Washington beobachtet. Bor, das unter normalen Bedingungen ein Halbleiter ist, leitet bei dieser tiefen Temperatur den elektrischen Strom gänzlich ohne Widerstand. Den neuen Zustand erzielten die Forscher um Russell Hemley, indem sie ein Stück Bor, das nur wenige Mikrometer groß war, mit einem Amboßpaar aus Diamant umschlossen und fest zusammendrückten. Bei Raumtemperatur und einem Druck von 160 Milliarden Pascal wurde die halbleitende Probe metallisch. Als die Forscher die Probe dann mit flüssigem Helium kühlten, nahm die Leitfähigkeit sprunghaft zu, wie man es von einem Supraleiter erwartet. Die Sprungtemperatur stieg von sechs Kelvin sogar mit wachsendem Druck an und erreichte bei 250 Milliarden Pascal 11,2 Kelvin ("Science", Bd. 293, S. 272). Das ist das erste Mal, daß man Supraleitung bei solch hohen Drücken beobachtet hat. Für die Supraleitung machen die Forscher Änderungen in der Kristallstruktur verantwortlich, wenn Bor verdichtet wird. Daß verdichtetes Bor metallisches Verhalten zeigt, wurde schon länger vermutet. Unklar war bislang, ob das leichteste Element der dritten Hauptgruppe unter extremen Bedingungen auch zum Supraleiter wird, so wie es bei anderen Elementen - beispielsweise Beryllium, Schwefel, Sauerstoff oder Alluminium - der Fall ist. F.A.Z.
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