Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2001

"Löten" in der Nanowelt

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Zwei sich kreuzende Nanoröhrchen aus Kohlenstoff lassen sich mit einem Elektronenstrahl gleichsam zusammenlöten. Als "Lötzinn" dient dabei amorpher Kohlenstoff, der von Verunreinigungen auf den Röhrchenoberflächen stammt. Daß auf diese Weise ein dauerhafter elektrischer Kontakt zwischen Nanoröhrchen entsteht, hat kürzlich Florian Banhart von der Universität Ulm gezeigt. Der Forscher fokussierte den Strahl eines Rasterelektronenmikroskops auf den Kreuzungspunkt zweier Nanoröhrchen. Dabei zersetzten sich anhaftende Kohlenwasserstoff-Moleküle zu amorphem Kohlenstoff, der die kleinen Zylinder zusammenfügte ("Nano Letters", Bd. 1, S. 329).

Amorpher Kohlenstoff - das Lötzinn zwischen den Nanoröhrchen - gilt als guter elektrischer Leiter. Besser leitet indes Graphit. Der Ulmer Forscher hat deshalb versucht, durch nachträgliche Behandlungen eine weitere Kristallisation des Kohlenstoffs zu erreichen. Erste Versuche haben ergeben, daß sich dazu ein energiereicher Elektronenstrahl eignet. Exakte Untersuchungen zur Leitfähigkeit des Kontaktpunktes zwischen den verlöteten Nanoröhrchen stehen allerdings noch aus.

Nanoröhrchen aus Kohlenstoff sind äußerst vielversprechende Bausteine für ultrakleine elektronische Schaltkreise, denn sie existieren sowohl in metallischer als auch in halbleitender Form. Zwar hat man bereits Bauelemente wie Transistoren mit ihnen gefertigt. Die Verknüpfung zweier Röhrchen untereinander oder das Verbinden mit einem Kontakt stellte die Wissenschaftler aber bislang vor größere Schwierigkeiten. Das Löten mit dem Elektronenstrahl könnte künftig die Konstruktion von elektronischen Schaltungen erheblich erleichtern.

ubi

 

 

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